Zukunftswerkstatt: Quo vadis - Wohin geht die Ganztagsschule in Thüringen?

Zukunftswerkstatt: Quo vadis - Wohin geht die Ganztagsschule in Thüringen?
Die Zukunftswerkstatt im JenTower.

Am 16. Januar 2014 kamen Lehrkräfte, Schulleitungen, außerschulische Partner sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Verwaltung, Jugendhilfe und Zivilgesellschaft hoch oben über Jena im JenTower zusammen, um sich darüber auszutauschen, wo die Ganztagsschule in Thüringen heute steht, was bereits gut gelungen ist und wo noch etwas getan werden muss.

 

Den Rahmen dafür bildete die Zukunftswerkstatt „Quo vadis – Wohin geht die Ganztagsschule in Thüringen!?“, zu der die Serviceagentur „Ganztägig lernen“ Thüringen in Kooperation mit dem Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur (TMBWK) und dem Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien (ThILLM) eingeladen hatte.

 

In der Zukunftswerkstatt ging es vornehmlich darum, den bereits weit fortgeschrittenen quantitativen Ausbau von Ganztagsschulen durch Ideen und Impulse für einen qualitativen Ausbau voranzubringen. In Thüringen arbeiten gemäß der KMK-Definition derzeit rund 75 Prozent der Schulen ganztägig, von denen mehr als die Hälfte Grundschulen sind, die für Schülerinnen und Schüler ein offenes Hortangebot am Nachmittag zur Verfügung stellen. Mit der Zukunftswerkstatt wurde dem Wunsch und Bedarf vor allem von Seiten der Schulen, sich über Qualitätskriterien auszutauschen und daran zu orientieren, nachgekommen.

 

Durch den abwechslungsreichen Tag führte der Organisationsentwickler und Moderator Andreas Leipelt von der Agentur für Kommunikation und Wandel, Berlin. Nach der Begrüßung durch Ines Hempel, Leiterin der Serviceagentur „Ganztägig Lernen“ Thüringen, sowie Frank Roßner, Referatsleiter im Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur, führte Prof. Dr. Karsten Speck von der Universität Oldenburg mit einem Impulsreferat zum aktuellen Stand der Ganztagsschule ein.

 

Vor allem in der ersten Arbeitsphase der Zukunftswerkstatt kristallisierte sich aus den Erfahrungen der Teilnehmenden u.a. heraus, dass die Akzeptanz für Ganztagsschulen insgesamt deutlich zugenommen habe und dass, durch die Zusammenarbeit von Ganztagsschule und Partnern/Kommune ein positiv erlebtes Miteinander zwischen allen Beteiligten entstehen kann. Darüber hinaus signalisierten die anwesenden Lehrkräfte und Schulleitungen ihren Bedarf und Dank an die ausgebauten Unterstützungssysteme, wie z. B. ThILLM und Serviceagentur „Ganztägig lernen“ Thüringen. Auch konnte festgehalten werden, dass eine Öffnung von Schule als gute Erfahrung erlebt werde, wobei insgesamt noch qualitativer Handlungsbedarf im Bereich Kooperationen zwischen den verschiedenen Professionen und Systemen bestehe. Auch die neue Verwaltungsvorschrift, die teil- und vollgebundenen Ganztagsschulen ein Mehr an Lehrerwochenstunden einräumt, wurde als positiver Schritt in die richtige Richtung gewertet. Die Erkenntnis, dass es vor allem eine innovative Schulleitung sei, die den Prozess der Ganztagsschule voranbringe, unterstreicht die Bedeutung der Führungskraft.

 

Nach Ansicht der Teilnehmenden der Zukunftswerkstatt gibt es neben bereits Bewährtem noch einiges zu tun: zukünftig solle der Fokus vor allem auf die qualitative Entwicklung von Ganztagsschulen gelegt werden. Dies könne nur gute gelingen, wenn eine Handlungssicherheit für die pädagogische Gestaltung des Ganztags sowie einer langfristige Perspektive um Standort und Ausstattung gegeben seien.

 

Im Interview mit ganztagsschulen.org fasst Ines Hempel ihren Ausblick für die Zukunft der Ganztagsschule in Thüringen wie folgt zusammen: „Ich würde sagen, jenseits all des bereits Erreichten muss sich noch einiges tun. Wir müssen sicher noch stärker die Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler betrachten und in die Entwicklung von Ganztagsschulen einbeziehen. Es gibt eben nicht das eine Konzept, das auf jede Schule eins zu eins übertragbar ist. Da brauchen wir Kreativität und Flexibilität. Es wird und soll immer Unterschiede zwischen den Ganztagsschulen geben. Das belegt dann auch, dass auf die jeweiligen Bedürfnisse vor Ort eingegangen wird. Wenn uns das gelingt, ist mir um die Ganztagsschule von Thüringen in zehn Jahren nicht bange.

 

Für einen Eindruck in bewegten Bildern sorgte JenaTV, die den Vormittag der Zukunftswerkstatt begleiteten: Beitrag JenaTV